Alte Türen streichen statt austauschen: Anleitung
Alte Innentüren müssen nicht zwingend auf den Sperrmüll. Solange das Türblatt gerade ist und die Zarge fest im Mauerwerk sitzt, lässt sich mit Farbe und etwas Geduld ein Ergebnis erzielen, das einer neuen Tür kaum nachsteht. Der Austausch kostet pro Tür schnell mehrere hundert Euro, das Streichen dagegen nur einen Bruchteil davon. Entscheidend ist die Vorbereitung: Eine Tür ist ein Bauteil, das täglich angefasst, auf- und zugeschlagen wird. Wer hier schlampig arbeitet, sieht das nach wenigen Monaten an abgeplatzten Kanten und ungleichmäßigem Glanz.
Zuerst wird die Tür ausgebaut, sofern die Scharniere es zulassen. Türblätter lassen sich leichter liegend bearbeiten, weil die Farbe nicht nach unten läuft. Beschläge, Drücker und Schließbleche entfernt man vollständig. Anschließend schleift man die alte Oberfläche an, bei Lack mit Körnung 120, bei lasierten Türen genügt 180. Staub absaugen, dann mit einem feuchten Tuch nachwischen. Ist die Tür stark vergilbt oder mehrfach lackiert, kann ein Abbeizer sinnvoll sein, doch meist reicht gründliches Anschleifen. Wer sich unsicher ist, ob sich die Mühe lohnt oder ob ein Neukauf günstiger kommt, findet unter Innentüren aufwerten eine sachliche Gegenüberstellung der Optionen. Kleine Risse in der Oberfläche werden mit Holzspachtel gefüllt, tiefe Kerben nach dem Trocknen erneut verschliffen.
Vor dem Streichen grundiert man das Holz, besonders bei einem Wechsel von dunkel auf hell. Die Grundierung sorgt außerdem dafür, dass der Decklack gleichmäßig haftet und nicht in die Poren einzieht. Für den Lack selbst eignen sich wasserbasierte Acryllacke, die schnell trocknen und kaum riechen. Man trägt zwei dünne Schichten auf, nicht eine dicke. Zwischen den Schichten wartet man die angegebene Trockenzeit ab und schleift mit Körnung 240 leicht an. Pinsel oder kleine Schaumstoffrolle funktionieren beide, wobei die Rolle weniger Streifen hinterlässt. Kanten und Füllungen streicht man zuerst, die großen Flächen danach.
Nach dem Trocknen wird die Tür wieder eingehängt und die Beschläge montiert. Ein letzter Blick auf die Kanten zeigt, ob Nacharbeiten nötig sind. Mit dieser Methode halten gestrichene Türen bei normaler Nutzung viele Jahre, ohne dass man das gesamte Element ersetzen muss. Bei stark verzogenen oder beschädigten Türen bleibt der Austausch die bessere Wahl, doch für die meisten älteren Modelle ist Streichen die günstigere und nachhaltigere Lösung.