Küchenrenovierung planen: Was sich wirklich lohnt
Eine Küchenrenovierung beginnt selten mit der großen Entscheidung, sondern mit kleinen Ärgernissen: Eine Schranktür schließt nicht mehr, die Arbeitsfläche ist an der Spüle aufgequollen, der Herd steht seit Jahren an derselben Stelle. Wer dann pauschal „alles neu" plant, verbrennt schnell fünfstellige Beträge für Dinge, die optisch kaum auffallen. Sinnvoller ist es, zuerst den tatsächlichen Zustand zu prüfen. Korpusse aus Spanplatten halten bei guter Pflege locker zwanzig Jahre und länger. Solange die Beschläge tragen und kein Wasser in die Schnittkanten gezogen ist, muss niemand die gesamte Küche ausbauen.
Deutlich häufiger lohnt sich der Blick auf die Fronten. Lackierte oder folierte Türen und Schubladenblenden nutzen sich ab, vergilben oder platzen an den Kanten auf. Neue Fronten kosten einen Bruchteil einer kompletten Küche, lassen sich exakt auf die vorhandenen Korpusmaße fertigen und verändern den Charakter des Raums stärker als jede neue Wandfarbe. Achten Sie dabei auf die Beschlagsbohrungen: Nicht jedes Maß ist normiert, ein Muster der alten Tür erspart späteres Nachbohren. Wer handwerklich geschickt ist, kann auch nur die sichtbaren Fronten tauschen und die Innenseiten der Schränke unangetastet lassen.
Ein Punkt wird bei der Planung regelmäßig unterschätzt: die Arbeitsfläche. Sie ist das am stärksten beanspruchte Bauteil der Küche und gleichzeitig das, dessen Austausch sich fast immer rechnet. Beim Küchenarbeitsplatte austauschen entscheidet vor allem das Material über Aufwand und Kosten – Schichtstoff lässt sich oft in Eigenregie zuschneiden, Naturstein oder Keramik verlangen dagegen einen Fachbetrieb mit passendem Werkzeug. Prüfen Sie vor der Bestellung, ob Spüle und Herd wieder an derselben Stelle sitzen sollen, denn jeder neue Ausschnitt bindet Sie an das vorhandene Layout.
Richtig teuer wird es erst bei Elektrik, Wasser und Tragwerk. Neue Leitungen, ein verlegter Herdanschluss oder ein entferntes Fenster bedeuten Stemmarbeiten, Trockenbau und Malerarbeiten – hier ist Sparen am falschen Ende gefährlich. Wer dagegen Fronten, Arbeitsplatte und Beleuchtung erneuert und die Anschlüsse unangetastet lässt, bekommt für einen Bruchteil des Budgets eine Küche, die sich wie neu anfühlt. Planen Sie in diesem Fall drei bis vier Wochenenden ein, bestellen Sie Fronten und Platte erst nach exakter Aufmaßnahme, und räumen Sie die Schränke vorher komplett aus.