Spielzeugkisten selbst befüllen: Ordnung ab drei Jahren
Kinder ab drei Jahren können lernen, ihre Spielzeugkisten selbst zu befüllen. Das gelingt aber nur, wenn das Ordnungssystem an die Fähigkeiten der Kinder angepasst ist. Offene Kisten ohne Deckel sind besser als geschlossene Boxen, weil Kinder den Inhalt sehen und direkt greifen können. Bilder oder Symbole auf den Kisten helfen, ohne Lesen zu verstehen, was hineingehört. Wichtig ist, dass jedes Spielzeug einen festen Platz hat. Sonst wird das Aufräumen zum Ratespiel.
Bevor die Kinder selbst einräumen, müssen Erwachsene eine Grundordnung festlegen. Man kann sich überlegen, ob nach Themen oder nach Größe sortiert wird. Themen wie Bausteine, Puppen oder Malzeug sind für Kinder leichter zu verstehen als reine Größenordnungen. Eine Kiste für Tiere, eine für Fahrzeuge, eine für Bauklötze. So weiß das Kind: Der rote Bus gehört zu den Fahrzeugen. Größe als alleiniges Kriterium überfordert die meisten Dreijährigen.
Praktisch ist eine niedrige Kommode oder ein Regal auf Kinderhöhe. Die Kisten sollten nicht zu schwer sein. Ein Kind kann etwa zwei bis drei Kilogramm gut tragen. Zu große Kisten verleiten dazu, alles hineinzuwerfen. Besser sind mehrere kleine Behälter. Man kann auch mit Farben arbeiten: rote Kiste für Bausteine, blaue für Puppenkleidung. Das fördert die Selbstständigkeit und das Kind lernt, Entscheidungen zu treffen. Nach ein paar Wochen sitzt der Ablauf.
Erwachsene sollten das System nicht ständig ändern. Kinder brauchen Wiederholung, um Routinen zu festigen. Wenn das Kind eine Kiste falsch befüllt, ist das kein Drama. Gemeinsam umräumen wirkt besser als Schimpfen. Mit der Zeit entwickelt das Kind ein Gefühl dafür, was zusammengehört. Das Ordnungssystem wächst mit – und wird irgendwann von selbst angepasst.