Schimmel in Kartons: Feuchtezyklen im Keller erkennen
Kellerluft verhält sich anders, als man auf den ersten Blick vermutet. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt und fällt im Tagesverlauf, meist ausgelöst durch Temperaturunterschiede zwischen Außenwand und Innenraum. Sobald warme Luft auf eine kühle Oberfläche trifft, kondensiert Feuchtigkeit. Kartons aus Wellpappe reagieren darauf empfindlich, weil sie hygroskopisch sind: Sie ziehen Wasser aus der Umgebungsluft und geben es bei trockener Luft wieder ab. Dieses Auf und Ab nennen Fachleute Feuchtezyklen.
Ein einzelner feuchter Tag richtet selten Schaden an. Kritisch wird es, wenn die Pappe mehrfach hintereinander Wasser aufnimmt, ohne vollständig zu trocknen. Die Wellpappe verliert dann ihre Steifigkeit, die Klebeschicht quillt auf, und die Struktur sackt zusammen. Genau an diesem Punkt setzen Schimmelsporen an, die praktisch überall in der Luft schweben. Sie brauchen keine nassen Flächen, sondern nur dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit über etwa 70 Prozent und Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad. In vielen Kellern herrschen diese Bedingungen über Wochen. Wer Pappkartons im Keller lagert, sollte deshalb nicht nur auf sichtbares Wasser achten, sondern auf den Verlauf der Feuchtigkeit.
Messgeräte helfen, das Muster zu erkennen. Ein einfaches Hygrometer reicht aus, um die relative Luftfeuchtigkeit täglich abzulesen. Zeigt der Wert morgens und abends starke Schwankungen, liegt ein Feuchtezyklus vor. Noch aussagekräftiger sind Datenlogger, die Werte über mehrere Wochen speichern. Wer keinen Logger besitzt, kann mit einem Stück Pappe testen: Legen Sie ein kleines Stück Wellpappe für zwei Wochen an die kritische Stelle und prüfen Sie danach, ob es sich wellt oder weich anfühlt. Verformt sich die Probe, ist der Standort ungeeignet.
Vermeiden lässt sich Schimmel durch drei Maßnahmen. Erstens: Kartons nie direkt an Außenwände stellen, denn dort ist die Oberflächentemperatur am niedrigsten und Kondensation am wahrscheinlichsten. Zweitens: für Luftzirkulation sorgen, damit Feuchtigkeit abtransportiert wird, statt sich zu stauen. Drittens: den Keller regelmäßig lüften, aber nur, wenn die Außenluft trockener ist als die Innenluft. Wer diese Punkte beachtet, verhindert die zweite Feuchteperiode und damit den Schimmelbefall.